25. Jahrgang
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Letzte Ausgabe
Die Hauptthemen der aktuellen Ausgabe:
Die letzte Ausgabe ist Geschichte
Fortsetzung
  • Ich denke auch an meine drei erwachsenen Töchter Sabine, Caroline und Janine, denen ich neben der vielen Arbeit versuchte, ein guter Vater zu sein, was mir nicht immer zur vollsten Zufriedenheit gelang. Trotzdem schenkten sie mir sechs Enkel, was mich in meinem Innersten hoch erfreut. Auch euch drei meinen lieben Dank.

     Was ist Dankbarkeit für mich?

    Wenn mein Leben im Fluss war, verschiebte sich meine Dankbarkeit manchmal in einen Dunstkreis. Das ist wirklich wahr. Doch der Wellengang meines Lebens versetzte mich immer wieder auf den Boden der Tatsachen und der Realitäten, dass meine Dankbarkeit in meinem ganzen Leben trotzdem eine zentrale Rolle spielte. So bin ich meinem Schöpfer gegenüber, der mir eine robuste Gesundheit schenkte, dass ich diese ganze Arbeit ohne nennenswerte Unterbrüche leisten durfte, unendlich dankbar. Er schenkte mir eine ungebrochene Lebensfreude, dazu die Freiheit und das Talent, mein Leben so zu gestalten, wie ich es für richtig hielt. Er stärkte in mir mein Selbstvertrauen, den Seelenfrieden und gleichzeitig den Rücken, wenn ich Einiges hart kritisierte und viele Missstände zum Nachdenken anregte. Heiliger Vater im Himmel, ich danke Dir heute öffentlich für das Geschenk des Lebens, das ich auf «Deiner» Erde in unserer wunderschönen Heimat wirken durfte und bewirken konnte.

     Meine grösste Dankbarkeit gebührt besonders meinen Eltern Gabriel und Marie Holzer-Imhasly, die mir als zehntes Kind das Leben schenkten. Das war damals 1954 nicht so selbstverständlich, denn meine Mutter litt an Tuberkulose, war dreizehn Monate im Sanatorium in Montana und kam ungeheilt von Montana nach Hause, weil sie bei ihrer Familie sterben wollte. Aber unser Schöpfer hatte einen ganz anderen Lebensplan mit meiner Mutter vorgesehen. Er wollte unbedingt, dass sie ihre neun Kinder grossziehen konnte und obendrein als Geschenk des Himmels noch einmal schwanger wurde.

    Wäre das alles sechzig Jahre später geschehen, hätte es meine Person bestimmt nicht gegeben. Alle Kräfte der heute selbsternannten Götter hätten auf meine Mutter eingeredet und mit hunderten erfundenen Argumenten vielleicht gezwungen, ihren «Fötus» abzutreiben. Danke himmlischer Vater, dass ich am 7. Juni 1955 das Licht der Welt erblicken durfte.

     Meine Dankbarkeit gebührt auch meinen neun Geschwistern, die in der hiesigen Gesellschaft sehr oft wegen meiner öffentlichen Kritik den Kopf hinhalten mussten. Sehr stolz macht mich, dass sie meine Tätigkeit und mein Schaffen nie kritisierten, auch wenn sie oft gegenteiliger Meinung meiner Kritik waren. Wir sind als Geschwister so eng miteinander verbunden, dass sie dies alles aushielten. Ganz herzlichen Dank dafür.

     Mein grösster Respekt und Dank gebührt meiner Frau Eliane, die meinen Lebensweg festigte und mich in ihrem Herzen aufnahm, so wie ich eben bin, kritisch, hartnäckig und eigensinnig im Arbeiten, dafür weltoffen im Leben. Danke Eliane!

     Nun beschleicht mich eine mir unbekannte Wehmut, während ich diesen Artikel schreibe und in meinen unglaublich vielen Gedanken versinke. Und plötzlich erinnere ich mich an ein Seminar, welches ich vor sehr vielen Jahren besuchte. Der Titel des Seminars damals lautete: «Das Lo–La–Prinzip». Dort lernte ich zum ersten Mal richtig, dass man im Leben einmal alles loslassen muss, auch das,  was einem am nächsten ist. Der einzige Weg der zum «Loslassen» führe, unterstrich der damalige Referent immer wieder mit dem Wort «Dankbarkeit».

     

    Danke, Auf Wiedersehen, Adieu, Arrivederci

     Markus Holzer